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Grillen, regional und ganz ohne Plastik?

Grillschule
26 Mrz

Grillen, regional und ganz ohne Plastik?

Eine sprichwörtliche Flut an Plastik verunreinigt die Umwelt – Mikroplastik ist mittlerweile überall zu finden. In den Meeren, in Flüssen, im Boden und folglich auch in unserer Nahrung. Wer dem Plastikwahn ein Ende setzen möchte, kann bereits beim Wochenendeinkauf darauf achten, was ihm in die (Baumwoll-)Tüte kommt. Auch beim Grillen ist es ganz leicht, auf Einwegplastik zu verzichten.

Statt fertig abgepackt können Fleisch und Bratwürstchen beim Metzger gekauft und in entsprechendes Papier gewickelt mit nach Hause genommen werden. Ein besonderes Erlebnis ist auch der Einkauf direkt beim Bauern. Die Rhein-Neckar-Region hat viele Bio-Läden und Bauernhöfe zu bieten, bei denen man auch mal direkt hinter die Kulissen blicken kann. Der Vorteil daran ist, man weiß genau, wo das Fleisch herkommt – und kann sich der guten Qualität vergewissern. Kurze Transportwege und wenige Verpackungen schonen zusätzlich das Klima.

Weiterhin können bei den Zutaten für die Beilagen Plastikverpackungen vermieden werden: Frisches und knackiges Gemüse, Kartoffeln sowie Salate findet man auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt unverhüllt und in voller Vielfalt vor. Eine beliebte Beilage ist der Nudelsalat – die Hauptzutat hierfür sowie andere trockene Lebensmittel wie Reis, Nüsse oder Hülsenfrüchte kann man in sogenannten Unverpackt-Läden in seine mitgebrachten Behältnisse füllen.

Alles im Glas
Gewürze dürfen beim Grillen natürlich auf keinen Fall fehlen. Regionale und saisonale Kräuter findet man je nach Jahreszeit ebenfalls auf dem Wochenmarkt, im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Würzige Marinaden kann man entweder aus den Kräutern und Gewürzen selbst herstellen oder nachhaltig im Glas kaufen – für die Puristen: ja, auch Ketchup und Senf sind im Glas erhältlich. Gleichermaßen kommt man bei den Getränken ganz ohne Plastik aus. Bei Wasser, Cola und Co. einfach mal zum Kasten greifen. Wein- und Bierkenner schwören sowieso auf Glasflaschen. Auch hier lohnt es sich, auf die Produkte der eigenen Region zurückzugreifen. Mit der Südpfalz direkt vor der Tür hat der Rhein-Neckar-Kreis eine außergewöhnliche Vielfalt an Spitzenweinen zu bieten. Auch sonst lässt die Metropolregion keine Wünsche offen: reines Quell- und Mineralwasser aus tiefen Gesteinsschichten der Region und zahlreiche Brauereien, die ihre Braukunst über Jahrhunderte hinweg perfektioniert haben. Einige von ihnen beziehen ihren Hopfen sogar aus der Heimat.

Kleine Helfer aus Edelstahl
Zurück zum Grill: Mit einem Elektrogrill kann man am meisten Müll vermeiden. Zudem sei es laut Umweltbundesamt die klimafreundlichste und gesündeste Variante des Grillens, sofern dafür erneuerbare Energien genutzt werden.

Wer aber nicht auf Grillrost und Glut verzichten möchte, kann aufatmen: Holzkohle aus nachhaltiger Landwirtschaft ist üblicherweise in Papiertüten verpackt. Wenn die Kohle dann glüht und es Zeit ist, das Grillgut aufzulegen, gibt es eines zu beachten: Gerade Gemüse oder Kartoffeln werden besser in einer Schale gegrillt, damit diese nicht so leicht verbrennen und es zum Beispiel im Falle eines Gemüsepatties nicht zerfällt.
Einweg-Aluschalen haben auf dem Grill aber längst ausgedient – stattdessen kann man Grillschalen aus Edelstahl verwenden. Das hat nicht nur einen nachhaltigen, sondern auch einen gesundheitlichen Grund: „Unter dem Einfluss von Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen“, so die Experten des Umweltbundesamts. „Deshalb sollte der direkte Kontakt von säurehaltigen oder salzigen Speisen – etwa Tomaten, Schafskäse in Salzlake oder mit Zitronensaft gewürztes Fischfilet – mit Aluminiumfolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetem Alu-Geschirr vermieden werden.“

Umgehen kann man das Alu-Problem auch mit einer ganz natürlichen Variante: Grillen mit Pflanzenblättern. Dafür eignen sich zum Beispiel Bananen-, Mais- und Mangoldblätter. Mit diesem Verfahren lassen sich besonders gut Fisch, Gemüse und Käse auf dem Grill zubereiten. Die Blätter vorher gut mit Öl bepinseln, befüllen, einwickeln und dann mit einem kleinen Spieß aus Edelstahl verschließen. Utensilien wie Grillzange, -wender und -gabel eignen sich ebenfalls am besten aus Edelstahl oder Holz.

Auch am Tisch empfiehlt das Umweltbundesamt Mehrweggeschirr: „Dann schmeckt das Essen nicht nur besser, sondern Sie vermeiden auch unnötigen Müll.“ In diesem Sinne kann die nächste plastikfreie Grillparty kommen!

Tipps für nachhaltiges Grillen

Nicht zu dunkel werden lassen
Manche mögen’s knusprig – gesund ist die schwarze Kruste auf den Würstchen allerdings nicht. Durch das Fett, das vom Grillrost direkt in die Glut tropft, entstehen krebserregende Stoffe, die das Grillgut umhüllen. Um das zu vermeiden, am besten wiederverwendbare Grillschalen oder einen Gas- beziehungsweise Elektrogrill verwenden.

Was auf dem Grill landet, macht den Unterschied
Grillen muss nicht umweltbelastend sein. Laut einer Studie des TÜV Rheinland ist das, was auf dem Grill landet, für
95 Prozent der Treibhausgase verantwortlich, die beim Grillen entstehen. Grund sind Herstellung, Transport und Verkauf des Grillguts. Wer also auf regionale sowie saisonale Produkte setzt, verbessert seine Ökobilanz erheblich.

Auf Bio-Produkte setzen
Um der Umwelt etwas Gutes zu tun, kann man beim Einkauf auf Bio-Produkte achten. Diese erkennt man am EU-Bio-Logo. Sie helfen, Umweltbelastungen, die durch die konventionelle Landwirtschaft entstehen, zu reduzieren.

Mehr Gemüse – weniger Fleisch
Wie wäre es mal mit einem vegetarischen Grillabend? Tierische Produkte, insbesondere Rindfleisch, belasten die Umwelt deutlich stärker als nichttierische. Also einfach mal ausprobieren.

Wohin mit der Asche?
Wenn die Holzkohlenasche abgekühlt ist, kommt sie in den Restmüll – für den Garten und den Kompost ist diese nur in geringen Mengen förderlich. In ihr befinden sich nämlich Schwermetalle aus der Luftverschmutzung, die von den Bäumen aufgenommen werden. Diese finden sich dann in Obst und Gemüse wieder.